Schiffmeisterplatz 3 (Ybbs an der Donau)
Schiffmeisterhaus
Dominante am Schiffmeisterplatz und an der Donaulände.
Geschichte
Schiffmeisterhaus
Es erinnert an einen einst wichtigen Wirtschaftszweig der Stadt, die Donauschifffahrt. Der Schiffmeister war Hersteller, Betreiber und Organisator großer Donauflotten.
Der berühmteste Schiffmeister aus Ybbs und gleichzeitig einer der mächtigsten an der Donau war Mathias Feldmüller, welcher in Ybbs geboren worden war und die Schiffmeistereien in Persenbeug und Ybbs betrieb. Er befehligte von hier aus eine Flotte von über 1000 Schiffen.
Das Schiffmeisterhaus zählt zu den größten Gebäuden der Stadt. Hinter der Fassade aus dem 19. Jahrhundert verbirgt sich interessante Architektur aus der Renaissance und dem Barock, wie Gewölbe, Stuckdecken und Wandmalereien. In die Donaufront ist ein noch älterer Befestigungsturm integriert. Zudem befand sich hier die einzige Ausfahrt in der damals geschlossenen Donaufront, das sogenannte Wasser- oder Sandtor. Heute ist dieses Tor nur noch von der Stadtseite her als Gewölbebogen im Schiffmeisterhaus erkennbar. Durch mehrfache Aufschüttungen des Donauufers hat es seine einst imposante Größe verloren. Im Jahr 1880 schuf man durch den Abriss der städtischen "Niederlage" – einem Gebäude, in dem Händler ihre Waren zum Verkauf niederlegen mussten – einen offenen Platz an der sonst geschlossenen Donaufront.
Am Schiffmeisterplatz befanden sich Gebäude, die dem Schiffmeisterhandwerk dienten: ein Gasthaus, eine Bäckerei, eine Sattlerei, eine Binderei (Fassbinder) und eine Schmiede.
Baubeschreibung
Das ehemalige Schiffmeisterhaus stammt im Kern aus dem 15. und 16.
Jahrhundert; das dritte Geschoß wurde erst nach 1868 aufgesetzt.
Funktion
Atelier, Wohnhaus
Schiffmeisterplatz 3 (Ybbs an der Donau)
3370 Ybbs an der Donau
Niederösterreich
Österreich
48.17723, 15.08602
Denkmalschutz
mehr unter Baugeschichte.at
Info
2011
Info
2024
Info
2024
Info
Donauseite, mit ehem. Turm der Stadtmauer 2024
Wassertor oder Sandtor
Das Wassertor, auch Sandtor genannt, führte durch das Schiffmeisterhaus zur Donau hinaus. Durch die Aufschüttung der Donaulände verlor dieses ehemalige Stadttor seine ursprüngliche Höhe, sodass heute nur noch ein niedriger Torbogen erhalten ist.
Info
ehem. Sandtor, stadtseitig 2018